Automatensterben: Steht das Ende der Geldautomaten-Ära bevor?

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Zum ersten mal seit 1968 verzeichnet die jüngste Ausgabe der Bundesbankstatistik einen Rückgang der Anzahl der Geldautomaten in Deutschland. Ein Ende der Geldautomaten-Ära hätte auch Folgen für Händler!

Geldautomaten vom Aussterben bedroht

Wenn die Zeichen nicht trügen hat das Ende der Geldautomaten-Ära begonnen. Geschäftsbanken haben seit 2016 jede vierte Filiale geschlossen, wobei die Zahl der Bankautomaten in Deutschland anfangs noch stieg, da Personal durch SB-Automaten ersetzt wurde. Aus der jüngsten Ausgabe der einschlägigen Bundesbankstatistik geht jedoch hervor, dass die Finanzinstitute mittlerweile auch diese Bankautomaten abbauen. Erstmals seit 1968 wurde ein nennenswerter Rückgang von 2,6 % zum Vorjahr verzeichnet. So wurden im Jahr 2020 1.500 der über 58.000 Geldautomaten in Deutschland abgebaut. Auch die Zahl der Bargeldabhebungen sank im gleichen Zeitraum drastisch. 400 Millionen Abhebungen weniger als im Vorjahr wurden gezählt, das entspricht einem Rückgang von 21,6 %.

Ursachen für den Rückgang

Der Rückgang der Geldautomaten wurde auch durch die Corona-Krise vorangetrieben, denn logischerweise brauchte man in Zeiten, in denen Geschäfte geschlossen waren, auch kein Bargeld für den Einkauf. Aber auch außerhalb der Pandemie gibt es viele Ursachen für den Abbau der Bankautomaten. Die Welt wird immer digitaler und die Menschen passen ihr Konsum- und Zahlverhalten an. Immer mehr überweisen ihre Rechnungen lieber per Onlinebanking von zuhause. Die Zahl bargeldloser Zahlungen steigt stetig, da sich die Zahl der Akzeptanzstellen deutlich erhöht hat und das Mitnehmen von Bargeld daher für viele, vor allem jüngere Menschen obsolet macht. Auch die leider mittlerweile recht häufigen Sprengungen von Geldautomaten sowie das Alternativangebot bei Supermärkten und Tankstellen zur Bargeldabhebung sind weitere Gründe für den Abbau.
Die vielleicht wichtigste Ursache jedoch sind die hohen Kosten für die Betreiber. Unabhängige Geldautomatenbetreiber, wie z.B. IC Cash Service, zahlen laut ihrem Geschäftsführer Kersten Trojanus monatlich etwa 1.000 Euro je Automat. Um diese Kosten für Miete, Standort, Versicherung und Geldtransport wieder hereinzuholen erheben die Betreiber Gebühren für Fremdkunden. Bei einer Girocard beträgt die Gebühr 3 – 4,50 Euro, wohingegen die Gebühr für Karten von Mastercard und Visa unter einem Euro liegt. Nach Trojanus sind diese Kreditkartenfirmen „die größten Widersacher der Geldautomaten“. Das ist sicherlich eine etwas einseitig Sicht. Jedoch: die jüngst von einigen Banken angekündigte Umstellung auf die neuen Mastercard- und Visa-Debitkarten, untermauert den Trend zu mehr digitalen Bezahlungen – am POS und im eCommerce. Bei der deutschen Debitkarte „Girocard“ wird derzeit noch an einem Konzept mit breiter Marktakzeptanz gearbeitet.

Offensichtliche Entspannung bei den Nutzern

Dass der Wegfall von Geldautomaten größere Betroffenheit dort auslöst, wo die Dichte dieser Automaten eher gering ist, als in Gegenden, wo innerhalb weniger Minuten zahlreiche Automaten erreichbar sind, ist verständlich. Laut der jüngsten repräsentativen Umfrage der Bundesbank sehen die Befragten die Lage daher auch noch entspannt. Nur 6 % der Befragten gaben an, Schwierigkeiten beim Zugang zu Automaten zu haben und länger als 15 Minuten zum nächsten unterwegs sein zu müssen. Wie sich der Markt in Deutschland entwickelt, ist noch nicht absehbar. In Österreich beispielsweise müssen manche Landgemeinden schon Subventionen bezahlen, um ihre Geldautomaten behalten zu können.

Bedeutung für Händler

Sollte sich der Trend von immer weniger Bankautomaten bestätigen, hat das irgendwann auch Folgen für die Händler. Denn wenn Kunden nur noch einen erschwerten Zugriff auf Bargeld haben, werden diese immer öfter bargeldlos bezahlen wollen. Denn die alternative Beschaffung von Bargeld in Supermärkten und Tankstellen ist nicht ohne einen entsprechenden Einkauf möglich und zum anderen gibt es beides auch nicht immer an jeder Ecke. Der bereits begonnene Wandel zum bargeldlosen Bezahlen wird durch den Rückgang der Geldautomaten klar verstärkt. Händler müssen sich daher dieser Situation stellen und Kartenzahlungen sowie andere digitale Bezahlmethoden anbieten, um ihre Kunden bedienen zu können. Mit unseren omono Terminals akzeptierst du jede gängige Zahlungsart und bist so optimal auf jedes Szenario vorbereitet.

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Quellen
  • Das Sterben der SB-Infrastruktur bei Deutschlands Banken; Christian Kirchner & Heinz-Roger Dohms: https://finanz-szene.de/banking/das-sterben-der-sb-infrastruktur-bei-deutschlands-banken/
  • Automatendämmerung; Sebastian Balzter: https://www.faz.net/aktuell/den-geldautomaten-geht-es-an-den-kragen-18158554.html